Was verdient man 2026 in der Fahrradindustrie?Eine Gehaltsbenchmark aus echten Profilen und Gesprächen.
- Maik Geletneky

- 1. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Wer als Unternehmen in der Fahrradindustrie eine Führungsposition besetzen muss, kämpft mit einem handfesten Informationsproblem. Verlässliche Gehaltsdaten für die Branche gibt es kaum. Generische Jobportale mischen Fahrrad-OEM mit Baumarkt-Außendienst – das hilft weder bei der Budgetplanung noch beim Gespräch mit einem guten Kandidaten.
Dieses Problem wollte ich lösen.
Wie die Benchmark entstanden ist
Die Grundlage sind echte Gespräche. Mit Kandidaten, mit Hiring Managern, mit Auftraggebern, die ich im Laufe der letzten Jahre begleitet habe. Keine anonymen Fragebögen, kein Crowdsourcing. Ergänzt durch aktuelle Stellenausschreibungen auf velobiz.de, LinkedIn und Branchenmedien. Alle Werte als Bruttojahresgehalt ohne variable Vergütung, Stand Juni 2026.
Ein besonderer Dank geht an Dr. Robert Peschke
Für den Bereich Fahrrad-Fachhandel habe ich mit Dr. Robert Peschke zusammengearbeitet, Inhaber von Little John Bikes – mit 67 Filialen das größte Fahrrad-Fachmarkt-Netzwerk in Deutschland.
Robert hat von Anfang an offen und kooperativ mitgemacht. Er hat uns Einblicke gegeben, die sonst nirgendwo zugänglich sind: reale Gehaltsdaten aus dem laufenden Betrieb, differenziert nach Funktion und Erfahrungsgrad. Ohne seine Bereitschaft wäre der Fachhandels-Teil dieser Studie nicht möglich gewesen.
Dafür bin ich wirklich dankbar – und ich glaube, dass genau diese Art von offener Zusammenarbeit der Branche insgesamt nützt und Mehrwert schafft.
Was die Benchmark abdeckt
Die Studie deckt über 20 Positionen ab, strukturiert nach Funktionsbereichen:
Aus der Industrie: CEO/CSO/COO, Vertriebsleiter OEM, OEM Sales Director, Key Account OEM Senior, Key Account OEM, Sales Director Outdoor/Bike, Sales Rep und KAM in verschiedenen Regionen, Einkaufsleiter OEM, Head of Purchasing, Category Manager, Senior Product Manager, Junior Product Manager.
Aus dem Fachhandel (Daten: Little John Bikes): Filialleiter, Stellvertretender Filialleiter, Werkstattleiter/Meister, Zweiradmechatroniker Senior und Junior, Fachverkäufer Senior und Junior, Ausbildungsvergütung.
Alle Gehaltsrahmen, Prognosen für 2026 und die vollständige Markteinschätzung finden Sie im Blog unter www.sentinel-sports.eu/blog.
Was mich bei der Auswertung wirklich überrascht hat
E-Bike-Know-how zahlt sich aus – deutlicher als gedacht.
Wer Antriebssysteme wirklich kennt – Bosch, Shimano, Yamaha, Gobao, Avinox – liegt am Markt konsequent am oberen Rand seiner Gehaltsklasse. Das gilt für den erfahrenen Fachverkäufer genauso wie für den OEM Sales Director. Systemkenntnisse in diesem Bereich sind die Regel für überdurchschnittliche Vergütung, nicht mehr die Ausnahme.
Der Kandidatenmarkt ist komplizierter als er aussieht.
Nach den Stellenabbauwellen von 2023 bis 2025 sind qualifizierte Profile wieder verfügbar. Aber wer jetzt glaubt, dass der Markt sich entspannt hat, unterschätzt etwas Wesentliches.
Ein Teil der besten Leute hat die Branche in dieser Zeit verlassen. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil die Umstände sie dazu gezwungen haben.
Was viele von außen als Restrukturierung wahrgenommen haben, war für die Betroffenen oft eine direkte Folge eines Marktversagens: Händler und Hersteller saßen nach dem Corona-Boom auf massiven Lagerbeständen. Der kürzeste Weg aus der Krise führte für viele über Postenware, d.h. Ware teilweise unter Einstandspreis, die kurzfristig Liquidität brachte, aber den Markt nachhaltig beschädigt hat. Der daraus entstandene Preiskampf hat Margen vernichtet, die vorher üppig waren. Und wenn die Marge fehlt, fehlt auch das Budget für Personal.
Die Unternehmen, die damals Mitarbeiter entlassen haben, haben das in vielen Fällen nicht leichtfertig getan. Sie waren schlicht in einer Lage, in der nichts mehr ging.
Aber: Das ändert nichts daran, was bei den Menschen angekommen ist. Wer als erfahrener Profi zwei-drei Jahre lang beobachtet hat, wie ein Markt sich selbst untergräbt, und am Ende trotzdem seinen Job verloren hat, der überlegt sehr genau, ob er dieses Risiko noch einmal eingehen will. Manche haben entschieden: nicht mehr in dieser Branche.
Diejenigen, die jetzt wieder verfügbar sind oder wechseln wollen, tragen diese Erfahrung mit sich. Sie sind wählerischer. Nicht arrogant, sondern klüger.
Das Gesamtpaket zählt mehr als das Fixgehalt allein.
Home-Office-Regelung, Firmenwagen, Zielbonus und echte Verantwortung sind für viele erfahrene Profile die eigentlichen Entscheidungskriterien. Wer im Gespräch mit einem guten Kandidaten nur das Grundgehalt nach oben schraubt, verliert oft trotzdem.
Was das für Sie als Unternehmen bedeutet
Wer 2026 eine Schlüsselposition in der Fahrradindustrie besetzen will, braucht ein realistisches Vergütungspaket, ein attraktives Arbeitsumfeld – und Zugang zu Kandidaten, die nicht aktiv auf dem Markt sind. Die wirklich guten Profile suchen nicht. Sie müssen angesprochen werden, mit dem richtigen Hintergrund und zur richtigen Zeit.
Genau das ist unsere Arbeit bei Sentinel Sports.
Die vollständige Studie
Die komplette Benchmark mit allen Positionen, regionalen Unterschieden, Prognosen und der Fachhandels-Sonderauswertung steht kostenlos zum Download:
→ Jetzt herunterladen: www.sentinel-sports.eu/downloads
Fragen zu einem konkreten Profil, einem Markt-Check oder einer offenen Position? Ich antworte auf jede Nachricht persönlich.
Maik Geletneky
Sentinel Sports Ltd – Executive Search für die Fahrrad- und Sportindustrie




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